Gold und Immobilien - Teil 2
Mobil oder im-mobil, das ist hier die Frage!
Im Stiegenhaus unseres Bürogebäudes traf ich den Hausmeister. Er ist ein sehr freundlicher und kommunikativer Mann. "Herr Pinter, Sie haben doch etwas mit Geld und Börse zu tun - kann ich sie mal etwas fragen?"
Natürlich kann er - worum geht´s denn?
"Was halten Sie davon, wenn ich mir in Wien eine kleine Eigentumswohnung kaufe. Die könnte ich dann vermieten und so für meine Pension vorsorgen. Ich suche auf jedenfall etwas Sicheres und Immobilien sind ja sicher, wie man so hört."
Na dann schauen wir uns doch einmal die Assetklasse Immobilien etwas genauer an!
Grundsätzlich glaube ich an den "Public Indikator". Wenn also mein Hausmeister sich ein Immobilieninvestment überlegt, dann dürfte dieser "Zug" schon längst abgefahren sein. Denken Sie an Andre Kostolany der da meinte: "Aktien, Zügen und Frauen soll man nicht nachlaufen, die nächste kommt bestimmt." Erwischt, das mit den Frauen hab ich hinzugefügt.
Wenn Sie Immobilien als eine Investitionsklasse sehen, dann liegt dieses Investment im Spannungsfeld von Rendite, Sicherheit und Flexibilität.
Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft mit steigenden Inflationsraten zu kämpfen haben. Inflationsraten wie in den 80iger Jahren von 6% - 8% werden uns in den nächsten 10 Jahren begleiten. Bei einem Immobilieninvestment im Bereich Wohnimmobilien können Sie mit einer realistischen Rendite von 2,5% - 3,75% rechnen. Wenn Sie davon ausgehen, das die Wertsteigerungen in dieser Assetklasse den Zenit bereits erreicht haben oder knapp davor stehen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mieterträge einer Wohnimmobilie in naher Zukunft die Inflationsrate nicht schlagen werden. Es mag zwar ein schönes Gefühl sein einige Eigentumswohnungen zu besitzen, aber eine wirklich sexy Rendite werden Sie damit nicht erwirtschaften.
Das Thema Sicherheit wird gerade bei diesem Investment immer wieder hervorgehoben. Welche Risken gehen Sie beim Kauf einer Immobilie denn nun wirklich ein:
1) fairer Wert: Gerade im Bereich Immobilien sind der Preisgestaltung kaum Grenzen gesetzt. Lage, Ausstattung, Flair, etc....... sind Begriffe, die in eine Preisbildung einfliessen. Daher ist es oft sehr schwer von einen "Liebhaberwert" zu einem fairen "Verkehrswert" zu kommen.
2) geographisches Risiko: Die Steigerung von Immobilienpreisen vollzieht sich nicht gleichmäßig. Regional entstehen hier gravierende Unterschiede. Mag eine Gegend oder Lage heute "angesagt und in" sein, kann sie im Wandel der Zeit in ein paar Jahren uninteressant werden. In welchem Bezirk oder Region befindet sich Ihr Investment?
3) Mieterstruktur: Aus beruflichen oder privaten Gründen kann sich die Mieterstruktur eines Zinshauses sehr schnell ändern. Das wirkt sich oft stark auf die Lebensqualität aus. Eine verschlechterte Wohnqualität wird Ihre Mieteinnahmen drücken oder zu Leerständen führen. Welche Nachbarn ziehen ein? Welche Geschäfte befinden sich im Zinshaus oder in unmittelbarer Nähe?
4) Mietausfälle: Das Phänomen der "Mietnomanden" wird in den letzen Jahren zu einem immer stärkeren Problem. Die rechtliche Situation spricht nicht gerade für einen Immobilienbesitz und so können schon 1 - 2 Jahre vergehen bevor Sie Ihre heruntergekommene Immobilie wieder in Besitz nehmen können. Prozesskosten, Reparaturkosten, Mietentgang, Anwaltskosten emotionale Spannungen, etc..... sind Punkte, die die Freude am Immobilienbesitz doch ein wenig schmälern könnten.
5) wirtschaftlich/politisch schwierige Situationen: Es wäre nicht das erste Mal, das Regierungen willkürlich Schuldeintragungen in Grund-büchern vornehmen. Denken Sie dabei nicht an "Bananenrepubliken". Denken Sie dabei an Deutschland vor rund 65 Jahren. Überrascht nicht gewußt?
Wenn Sie Immobilien als eine Assetklasse betrachten, mit der Sie Erträge erwirtschaften wollen, dann ist Flexibilität ein sehr entscheidendes Kriterium.Schon der Name sagt uns, das Immobilien nicht mobil sondern eben immobil sind.
Wenn Aktienmärkte wieder auf den "Haussemodus" schalten, und das werden Sie, dann erwischt Sie das Investorleben am falschen Fuß. Ein Immobilienverkauf dauert und kostet Geld.
LÖSUNG: Wenn Sie gerne in Immobilien investieren wollen, kaufen Sie sich einen breit gestreuten offenen Immobilienfond oder einen Immobilien-ETF. Bleiben Sie geographisch in Österreich oder Deutschland. Finger weg von Immobilien in emerging markets. Diese sind zumeist weit überbewertet und halten nicht annähernd was sie versprechen. Mit diesem Instrument sind Sie an der Wertentwicklung dieser Assetklasse beteiligt, minimieren durch eine breite Streuung viele der oben angeführten Risken und bleiben mobil. Ihre Beteiligung können Sie jeden Tag per Knopfdruck veräußern.
ZUSAMMENFASSUNG: Gold und Immobilien sind eine Assetklasse - nicht mehr aber auch nicht weniger. Lasse Sie bei Ihren Investmentent-scheidungen die Emotionen beiseite. Die können Sie für Ihre Familie, Freundin oder sonstiges aufsparen. Der entscheidende Puntk bei derartigen Investitionen, ist meines Erachtens, die Flexibilität. Wie schnell kann ich in ein Investment hinein und wie schnell kann ich wieder raus. Je kürzer die Zeitspanne desto flexibler das Investment. Im heutigen Wirtschaftsleben fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Achten Sie auf diesen Punkt und Sie werden Geld verdienen. Negieren Sie diesen Punkt und Sie werden verlieren.
Im Stiegenhaus unseres Bürogebäudes traf ich den Hausmeister. Er ist ein sehr freundlicher und kommunikativer Mann. "Herr Pinter, Sie haben doch etwas mit Geld und Börse zu tun - kann ich sie mal etwas fragen?"
Natürlich kann er - worum geht´s denn?
"Was halten Sie davon, wenn ich mir in Wien eine kleine Eigentumswohnung kaufe. Die könnte ich dann vermieten und so für meine Pension vorsorgen. Ich suche auf jedenfall etwas Sicheres und Immobilien sind ja sicher, wie man so hört."
Na dann schauen wir uns doch einmal die Assetklasse Immobilien etwas genauer an!
Grundsätzlich glaube ich an den "Public Indikator". Wenn also mein Hausmeister sich ein Immobilieninvestment überlegt, dann dürfte dieser "Zug" schon längst abgefahren sein. Denken Sie an Andre Kostolany der da meinte: "Aktien, Zügen und Frauen soll man nicht nachlaufen, die nächste kommt bestimmt." Erwischt, das mit den Frauen hab ich hinzugefügt.
Wenn Sie Immobilien als eine Investitionsklasse sehen, dann liegt dieses Investment im Spannungsfeld von Rendite, Sicherheit und Flexibilität.
Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft mit steigenden Inflationsraten zu kämpfen haben. Inflationsraten wie in den 80iger Jahren von 6% - 8% werden uns in den nächsten 10 Jahren begleiten. Bei einem Immobilieninvestment im Bereich Wohnimmobilien können Sie mit einer realistischen Rendite von 2,5% - 3,75% rechnen. Wenn Sie davon ausgehen, das die Wertsteigerungen in dieser Assetklasse den Zenit bereits erreicht haben oder knapp davor stehen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mieterträge einer Wohnimmobilie in naher Zukunft die Inflationsrate nicht schlagen werden. Es mag zwar ein schönes Gefühl sein einige Eigentumswohnungen zu besitzen, aber eine wirklich sexy Rendite werden Sie damit nicht erwirtschaften.
Das Thema Sicherheit wird gerade bei diesem Investment immer wieder hervorgehoben. Welche Risken gehen Sie beim Kauf einer Immobilie denn nun wirklich ein:
1) fairer Wert: Gerade im Bereich Immobilien sind der Preisgestaltung kaum Grenzen gesetzt. Lage, Ausstattung, Flair, etc....... sind Begriffe, die in eine Preisbildung einfliessen. Daher ist es oft sehr schwer von einen "Liebhaberwert" zu einem fairen "Verkehrswert" zu kommen.
2) geographisches Risiko: Die Steigerung von Immobilienpreisen vollzieht sich nicht gleichmäßig. Regional entstehen hier gravierende Unterschiede. Mag eine Gegend oder Lage heute "angesagt und in" sein, kann sie im Wandel der Zeit in ein paar Jahren uninteressant werden. In welchem Bezirk oder Region befindet sich Ihr Investment?
3) Mieterstruktur: Aus beruflichen oder privaten Gründen kann sich die Mieterstruktur eines Zinshauses sehr schnell ändern. Das wirkt sich oft stark auf die Lebensqualität aus. Eine verschlechterte Wohnqualität wird Ihre Mieteinnahmen drücken oder zu Leerständen führen. Welche Nachbarn ziehen ein? Welche Geschäfte befinden sich im Zinshaus oder in unmittelbarer Nähe?
4) Mietausfälle: Das Phänomen der "Mietnomanden" wird in den letzen Jahren zu einem immer stärkeren Problem. Die rechtliche Situation spricht nicht gerade für einen Immobilienbesitz und so können schon 1 - 2 Jahre vergehen bevor Sie Ihre heruntergekommene Immobilie wieder in Besitz nehmen können. Prozesskosten, Reparaturkosten, Mietentgang, Anwaltskosten emotionale Spannungen, etc..... sind Punkte, die die Freude am Immobilienbesitz doch ein wenig schmälern könnten.
5) wirtschaftlich/politisch schwierige Situationen: Es wäre nicht das erste Mal, das Regierungen willkürlich Schuldeintragungen in Grund-büchern vornehmen. Denken Sie dabei nicht an "Bananenrepubliken". Denken Sie dabei an Deutschland vor rund 65 Jahren. Überrascht nicht gewußt?
Wenn Sie Immobilien als eine Assetklasse betrachten, mit der Sie Erträge erwirtschaften wollen, dann ist Flexibilität ein sehr entscheidendes Kriterium.Schon der Name sagt uns, das Immobilien nicht mobil sondern eben immobil sind.
Wenn Aktienmärkte wieder auf den "Haussemodus" schalten, und das werden Sie, dann erwischt Sie das Investorleben am falschen Fuß. Ein Immobilienverkauf dauert und kostet Geld.
LÖSUNG: Wenn Sie gerne in Immobilien investieren wollen, kaufen Sie sich einen breit gestreuten offenen Immobilienfond oder einen Immobilien-ETF. Bleiben Sie geographisch in Österreich oder Deutschland. Finger weg von Immobilien in emerging markets. Diese sind zumeist weit überbewertet und halten nicht annähernd was sie versprechen. Mit diesem Instrument sind Sie an der Wertentwicklung dieser Assetklasse beteiligt, minimieren durch eine breite Streuung viele der oben angeführten Risken und bleiben mobil. Ihre Beteiligung können Sie jeden Tag per Knopfdruck veräußern.
ZUSAMMENFASSUNG: Gold und Immobilien sind eine Assetklasse - nicht mehr aber auch nicht weniger. Lasse Sie bei Ihren Investmentent-scheidungen die Emotionen beiseite. Die können Sie für Ihre Familie, Freundin oder sonstiges aufsparen. Der entscheidende Puntk bei derartigen Investitionen, ist meines Erachtens, die Flexibilität. Wie schnell kann ich in ein Investment hinein und wie schnell kann ich wieder raus. Je kürzer die Zeitspanne desto flexibler das Investment. Im heutigen Wirtschaftsleben fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Achten Sie auf diesen Punkt und Sie werden Geld verdienen. Negieren Sie diesen Punkt und Sie werden verlieren.
Alveus - 5. Dez, 14:30